, Elisabeth Dobrovolny-Strunz

Theatergeschichten

Faust, Hamlet und Lumpazivagabundus – drei Beispiele dafür, wer im Burgtheater normalerweise die Hauptrollen spielt.

Diesmal war es das Haus selbst, das das Publikum begeisterte. 
Die Freunde des Burgtheaters – engagierte Theaterliebhaber und Unterstützer des Hauses – entpuppten sich auch als Freunde der Altpiaristner und luden interessierte Absolventen und Absolventinnen des BG8 zu einer speziellen Führung durch eine der berühmtesten Stätten deutschsprachiger Schauspielkunst.
Zwei junge und engagierte MitarbeiterInnen des ehrwürdigen Hauses eskortierten die Altpiaristner Gruppe mit fundiertem Wissen und einer Portion Schmäh von der Kaiserstiege über Unterbühne und Keller zum Dachgeschoß und auf die Bretter, die die Welt bedeuten.

Die Deckengemälde der Gebrüder Klimt und des Malers Franz Matsch spielten in dem fast zweistündigen Führungsschauspiel eine ebenso große Rolle wie Porträts legendärer Mimen und die ausgeklügelte Bühnen- und Kulissentechnik.
 
Einen historischen Gänsehautmoment verursachte der „Auftritt“ des Tunnels, der zu Kaisers Zeiten eine durchgehende Verbindung zwischen Oper-Hofburg und Burgtheater darstellte. Neben Kulissen und Requisiten wurde vor allem der Kaiser selbst per Kutsche ins Theater transportiert.
Heute sorgt der Tunnel für die Frischluftzufuhr aus dem Volksgarten in die „Burg“.

Eine ganz besondere Verbindung zwischen dem Theater am Ring und der Schule am Jodok-Fink-Platz konnte die Altpiaristnergruppe auch noch erkennen: Einer der berühmtesten Absolventen des Piaristengymnasiums, der Dichter Anton Wildgans leitete im 20. Jahrhundert zweimal das Burgtheater als Direktor: 1921-1922 und 1927-1930.